Unkräuter im Rasen – wie du sie erkennst und wann du sie bekämpfst
Löwenzahn, Klee oder Gänseblümchen können selbst in einem gepflegten Rasen auftauchen. Wir zeigen dir, wie du sechs der häufigsten Unkräuter erkennst, wann du handeln solltest und was du tun kannst, damit der Rasen ihnen weniger Platz lässt.
Veröffentlicht am 12. Oktober 2026

Unkräuter im Rasen sind nicht nur eine Frage des Aussehens. Die Rosetten von Löwenzahn und Wegerich werfen Schatten auf das Gras, Klee und Gundermann breiten sich mit kriechenden Trieben aus, und jede freie Stelle im Rasen wird schnell von etwas anderem als Gras besetzt. Gute Nachricht: Die meisten Rasenunkräuter sind zweikeimblättrige Pflanzen, die sich leicht von Gräsern unterscheiden lassen – und die du sowohl durch Pflege als auch mit für Rasen geeigneten Pflanzenschutzmitteln einschränken kannst.
Woher kommen Unkräuter im Rasen
Unkräuter wachsen dort, wo das Gras schwach ist: in lichten Stellen, auf verdichteter Erde, im Schatten, auf unterversorgtem oder zu kurz gemähtem Rasen. Samen werden vom Wind und von Vögeln gebracht, ein Teil wartet jahrelang im Boden auf Licht. Viele Rasenunkräuter haben eine flache Blattrosette oder kriechende Triebe direkt am Boden – der Rasenmäher fährt drüber, und sie wachsen weiter.
Die häufigsten Unkräuter im Rasen
Bevor du etwas unternimmst, schau genau, womit du es zu tun hast. Diese sechs Arten findest du in den meisten Gärten.

- Löwenzahn – Rosette tief eingeschnittener Blätter, gelbe Blütenköpfchen und später die flauschigen „Pusteblumen“. Er hat eine dicke, tiefe Pfahlwurzel: Wird er nur oberflächlich herausgerissen, wächst er schnell nach.
- Weißklee – Blätter aus drei Fiederblättchen, oft mit hellem Hufeisenmuster, und weiße kugelige Blütenköpfe. Die kriechenden Triebe bewurzeln sich an den Knoten. Er breitet sich besonders dort aus, wo dem Gras Stickstoff fehlt.
- Wegerich – flache Rosette breiter, eiförmiger Blätter mit deutlichen parallelen Nerven und schlanke Blütenähren. Er wächst auf verdichteter Erde: an Wegen, auf Spielplätzen und dort, wo oft gelaufen wird. Ähnlich ist der Lanzett-Wegerich mit schmalen, länglichen Blättern.
- Gänseblümchen – kleine Rosette spatelförmiger Blätter und Blüten mit weißen Blütenblättern und gelbem Zentrum. Es verträgt häufiges Mähen gut und breitet sich deshalb oft im kurz geschnittenen Rasen aus.
- Hahnenfuß – Blätter in drei gezähnte Teile geteilt, glänzend gelbe Blüten und lange Ausläufer, die in Abständen Wurzeln bilden. Er weist meist auf feuchte, verdichtete Erde hin.
- Gundermann – vierkantige, kriechende Triebe mit nierenförmigen, gekerbten Blättern und kleinen violetten Blüten; zerdrückt duftet er. Er wächst meist im Schatten und Halbschatten.
Wann du handeln solltest
Zweikeimblättrige Unkräuter lassen sich am besten bekämpfen, wenn sie kräftig wachsen. Dafür gibt es zwei gute Zeiten: im Frühling, wenn Gras und Unkräuter mit dem Wachstum starten (meist April und Mai), und im Spätsommer bis Herbst – September und Oktober, wenn die Unkräuter Nährstoffe in den Wurzeln für den Winter speichern. Im Herbst schließt der Rasen schnell Lücken, und die Hitze belastet ihn nicht mehr.
- Wetter: warm, aber nicht heiß, trockener Rasen und windstiller Tag. Wind trägt Tropfen auf Beete und Gemüse, und Regen kurz nach der Behandlung kann das Mittel von den Blättern spülen.
- Wachstumsphase: Unkräuter sollten gut entwickelte Blätter haben. Rasenmittel dringen hauptsächlich über die Blätter ein – je mehr Blätter, desto mehr Mittel gelangt in die Pflanze.
- Mähen vor der Behandlung: Mähe nicht einige Tage vorher, damit die Unkräuter nachwachsen und das Mittel aufnehmen können.
- Mähen nach der Behandlung: Warte mit dem Mähen so lange, wie es das Etikett angibt, damit das Mittel zu den Wurzeln wandern kann. Schau auf dem Etikett auch nach, was du mit dem ersten Schnitt Gras machen sollst.
- Junger Rasen: Frisch angelegten oder nachgesäten Rasen nicht spritzen, bis er gut angewachsen ist – ab wann das geht, steht auf dem Etikett.
Methoden ohne Chemie
Dichter, gut genährter Rasen lässt Unkräutern wenig Platz, deshalb lohnt es sich, mit der Pflege zu beginnen – auch wenn du eine Behandlung planst.

- Mähen: Mähe regelmäßig und nicht zu kurz – schneide höchstens ein Drittel der Halmlänge auf einmal ab. Höheres Gras beschattet den Boden und erschwert die Keimung von Unkrautsamen. Scharfe Messer schneiden sauber; ausgefranste Halme vergilben und wachsen schwächer.
- Düngung: Verwende Rasendünger während der Wachstumszeit – im Frühling mit höherem Stickstoffanteil, im Herbst einen Herbstdünger mit Schwerpunkt Kalium. Aufwandmenge und Termine nach Verpackung. Wenn der Rasen genug Stickstoff hat, breitet sich Klee schwerer aus.
- Vertikutieren und Aerifizieren: Der Vertikutierer ritzt den Rasen an und entfernt Filz und Moos, der Aerifizierer lockert verdichtete Erde. Mach das im Frühling oder frühen Herbst, wenn der Rasen sich schnell erholt.
- Nachsäen: Leere Stellen mit einer auf den Standort abgestimmten Grassamenmischung nachsäen – eine andere für Schatten, eine andere für Spielrasen. Wenn du ein Unkrautbekämpfungsmittel benutzt, steht der Abstand zwischen Behandlung und Nachsaat auf dem Etikett.
- Manuelles Entfernen: Einzelne Löwenzahn- und Wegerichpflanzen mit einem Unkrautstecher mitsamt Wurzel entfernen – am besten nach Regen, wenn der Boden weich ist. Kriechende Triebe von Gundermann und Klee vor dem Mähen mit einer Harke anheben, damit der Rasenmäher sie schneidet.
Selektive Herbizide für den Rasen
Wenn viele Unkräuter da sind, kannst du ein selektives Unkrautbekämpfungsmittel für Rasen verwenden. Das sind Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern im Gras: Sie wirken gegen Löwenzahn, Klee, Wegerich, Gänseblümchen, Hahnenfuß und Gundermann, während Gräser – einkeimblättrige Pflanzen – erhalten bleiben, wenn du das Mittel wie auf dem Etikett angegeben anwendest.
Rasenmittel wirken hauptsächlich über die Blätter: Die Pflanze nimmt den Wirkstoff auf und transportiert ihn bis zu den Wurzeln. Veränderungen an den Unkräutern – Verdrehen und Vergilben der Blätter – treten allmählich auf, nicht sofort. Solche Mittel unterscheiden jedoch nicht zwischen Unkraut und anderen zweikeimblättrigen Pflanzen: Blumen im Beet, Gemüse oder junge Sträucher. Sie wirken auch nicht gegen Moos oder Grasunkräuter – gegen Moos gibt es spezielle Mittel.
Rasenmittel gibt es in mehreren Formen: als Konzentrat zum Verdünnen im Sprühgerät, als Fertigpräparat im Zerstäuber zur punktuellen Anwendung auf einzelne Unkräuter und als Rasendünger mit Zusatz eines Unkrautvernichtungsmittels. Wähle ein Mittel, das für die Anwendung auf Rasen zugelassen ist, und prüfe auf dem Etikett, ob es von einem nicht-professionellen Anwender verwendet werden darf.
Sicherheit bei der Behandlung
- Lies vor jeder Anwendung das Etikett: Anwendungsbereich, Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Vorsichtsmaßnahmen und wann du wieder auf den Rasen darfst.
- Halte Kinder und Haustiere während der Behandlung und für die auf dem Etikett angegebene Zeit vom Rasen fern. Nimm Spielzeug, Näpfe und Gartenmöbel vorher weg.
- Halte Abstand zu Niederschlägen: Sprühe nicht vor angekündigtem Regen oder auf nasses Gras und gieße den Rasen nach der Behandlung nicht. Wie lange das Mittel regenfrei bleiben muss, steht auf dem Etikett.
- Sprüh nur bei windstillem Wetter, dicht über dem Gras. Schütze Beete, Gemüse und den Teich; sprühe nicht in der Nähe von Brunnen oder Gewässern.
- Trage Handschuhe und Schutzkleidung, wenn das Etikett es verlangt, und wasche nach der Arbeit Hände und Gesicht.
- Bereite nur so viel Spritzbrühe zu, wie du verbrauchst. Reste nicht in die Kanalisation oder auf den Boden schütten; leere Verpackungen gemäß den Angaben auf dem Etikett entsorgen.
- Bewahre Mittel in der Originalverpackung an einem für Kinder unzugänglichen Ort, fern von Lebensmitteln und Futtermitteln auf.
Zusammenfassung
Unkräuter im Rasen sind meist ein Zeichen dafür, dass dem Rasen etwas fehlt – Licht, Stickstoff, durchlüfteter Boden oder dichter Rasenfilz. Regelmäßiges Mähen, Düngen, Vertikutieren und Nachsäen lassen ihnen weniger Platz. Wenn viele Unkräuter da sind, kannst du zu einem selektiven Rasenmittel greifen: im Frühling oder im September und Oktober, bei warmem, trockenem und windstillem Wetter – immer gemäß Etikett. Und dann zurück zur Pflege: dichter Rasen lässt Unkräutern am wenigsten Raum.
Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.









